Büffeljagd 2015

Büffeljagd 2015


    26. Jan 2016      SH

Erleger: Herr J. Braun 
Ort: Südafrika
Wildart: Büffel
Kaliber: .375 H&H
Patrone: Sax .375 H&H KJG-BCS
Entfernung: ca. 70 m
Fluchtstrecke: ca. 40 m
Treffersitz: kurz hinterm Blatt und blieb auf der gegenüberliegenden Seite unterm Schulterblatt stecken, siehe Foto 1

Die Messe „Jagd & Hund“ in Dortmund gehört zu den ersten Adressen im deutschsprachigen Raum, wenn es darum geht, sich als Jäger über das Angebot an Jagden im Ausland zu informieren. Das ist einer der Gründe, warum der Termin für diese Jagdmesse in meinem Kalender seit Jahren schon lange vor Beginn dick angestrichen ist. Es ist immer wieder interessant, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen – sei es über die jeweiligen Jagderlebnisse, die Ausrüstung oder auch die vielen Erlebnisse, die eine Reise in andere Länder neben der Jagd bietet. Die Messe bietet Gelegenheit in andere Welten einzutauchen. Für mich persönlich bedeutet das, dem südlichen Afrika und seiner atemberaubenden Tierwelt für ein paar Tage ein Stück näher zu sein als im Alltag.

Im Februar 2015 bin ich dann auf der Messe in Dortmund über Hugo Paul, dem Eigentümer von „Siluwe Safaris“, bei dem ich meinen ersten Büffel gestreckt hatte, auf den Munitionshersteller „Sax“ und dessen bleifreie Munition aufmerksam gemacht geworden. Im Jahr zuvor hatte „Sax“ bei Siluwe Safaris eine Testjagd auf Büffel mit Sax-Munition im Kaliber .470 N.E. durchgeführt, mit sprichwörtlich „durchschlagendem“ Erfolg! Ich wurde neugierig- der nächste Büffel bei Hugo „Siluwe Safaris“ war schon gebucht – und dachte mir: „Kann das mit der .375 H&H auch funktionieren?“ Anfangs war ich etwas skeptisch, da das Geschossgewicht des SAX Kupferjagdgeschoss KJG-BCS im Kaliber .375 H&H mit 15,9 Gramm doch deutlich unter dem von mir bis dato benutzten 19,4 Gramm Geschossen liegt. Doch beim Vergleich der Energie relativierte sich das Ganze wieder. Mit 5.991 Joule Mündungsenergie ist die „SAX“ aus meiner Sicht ganz vorne mit dabei. Durch das geringere Geschossgewicht, dem speziellen Geschossaufbau und der daraus resultierenden höheren V0, holt es sich seine spezielle zielballistische Wirkung. Infiziert wurde ich vom „Afrikavirus“ bereits vor 25 Jahren, als ich mit meiner Frau eine dreieinhalb wöchige Rundreise mit einem Mietwagen durch ganz Südafrika machte. Die „Inkubationszeit“ betrug weitere sechs Jahre, bis das „Virus“ letztendlich ausbrach und ich das erste Mal Antilopen und Warzenschwein in Namibia jagte. Und ich wurde zum „Wiederholungstäter“! Seit diesen ersten Jagderlebnissen im südlichen Afrika begleitete mich zudem die Sehnsucht danach, einmal im Leben einen Kapbüffel zu erlegen. Vor knapp drei Jahren, im Sommer 2013, war es dann soweit: mit meiner damals extra für die „Afrikajagd“ erstandenen Blaser R93 im Kaliber .375 H&H brachte ich einen wirklich alten Dagga-Boy zur Strecke. Den ersten Schuss trug ich ihm auf den Stich an, da der Bulle im Dickbusch auf ca. 25 Meter direkt auf uns zu stand, wohl wissend, dass diese Schussplatzierung mehr als „suboptimal“ einzustufen war. Bei der über zweistündigen Nachsuche „verdaute“ der Bulle noch zwei weiter „Pillen“ aus der R93 bis er endgültig gestreckt war. Obwohl ich mich mit Videos, Büchern und unzähligen Berichten zur Büffeljagd auf diesen Tag akribisch vorbereitet hatte, war ich von der Zähigkeit der Büffel überrascht.

Nach intensivem Gedankenaustausch mit Tobias Büttner, von „Sax-Munition“ war ich inzwischen sehr positiv gestimmt. Auf meine Anfrage hin, ob Munition in meinem Kaliber verfügbar sei, empfahl mir Tobias die neue Kalibrierung BCS (Bone Crusher-Series). Er schickte mir Munition zu und nach intensiver Laufreinigung mit dem mitgelieferten Laufreinigungsset (um den Lauf für Kupfergeschosse vorzubereiten) testete ich die Munition am Schießstand. Das Ergebnis war vorhersehbar! Meine R93 war eingeschossen auf die 300 gr „Bear Claw“ von Federal. Auf 50 Meter hatte ich mit der „SAX“ einen Hochschuss von 9 cm! Nach drei Korrekturen am Zielfernrohr und 4 weiteren Schüssen war die R93 auf 100 Meter „Fleck“ justiert. Drei weitere Probeschüsse bestätigten dann das hervorragende Trefferbild der „Sax“ (Streukreis 2,5 cm auf 100 Meter).

So vorbereitet, reiste ich Mitte Juli 2015 mit gutem Gefühl nach Afrika ab, wo Hugo Paul von Siluwe Safaris meine Frau und mich am Flughafen erwartete. Voller Vorfreude auf die kommenden Jagdtage fuhren wir noch am Tag der Ankunft, spätnachmittags zum Anschießen: ich war etwas überrascht, der Treffpunkt hatte sich definitiv verlagert (hatte ich bisher so noch nicht erlebt). Aber nach zwei Korrekturen am Zielfernrohr: Fleckschuss auf 50 Meter - für Büffel perfekt! Es sollte alles perfekt sein für die kommenden Jagdtage.

Um 5:30 Uhr am nächsten Morgen schrillte der Wecker! Zu Hause würde mich dieses Geräusch zu so früher Stunde nicht aus dem Schlaf bringen – ich bin nämlich ein ausgesprochener „Eulentyp“ – aber, wenn´s um die Jagd geht und vor allem noch in Afrika, dann bin ich mit dem ersten Ton des Weckers voll da! Wir stärkten uns mit Tee und Sandwiches und ab ging´s ins Jagdgebiet nahe dem Krugerpark. Mit dem Jagdwagen fuhren wir durchs Gelände und hielten Ausschau nach Büffel oder derer Fährten. Mehrmals hatten wir Büffel im Busch ausmachen können und versuchten auch, diese anzupirschen, doch „Diana“ war nicht mit uns. Der ständig drehende Wind und der trockene Busch machten uns die Aufgabe nicht leicht. Ein Näherkommen auf sichere Schussdistanz war schier unmöglich. Richard, unser Tracker, besprach sich kurz mit Hugo und beide meinten, die Verfolgung dieses Trupps mache keinen Sinn mehr und wir sollten es in einem anderen Camp versuchen.

Nachdem wir den Block gewechselt hatten, ging es wieder in den Busch! Das Gelände war hier zwar nicht mehr so dicht bewachsen, aber die trockenen Blätter am Boden machten das Pirschen nicht wirklich leichter. Es dauerte nicht lange und Richard hatte eine vielversprechende Fährte von mehreren starken Büffeln entdeckt. Also los! Richard vorne weg, dann Hugo, ich, meine Frau und zum Schluss Eric, der „Game Warden“ des Jagdgebietes. Wir folgten der Fährte bereits über eine knappe Stunde, als Hugo mir zu verstehen gab, dass wir nun nahe an den Büffeln sind! Und tatsächlich, plötzlich sind wir an den Büffeln! Sie lagen ca. 70 Meter vor uns im Gebüsch - mindestens acht Bullen – und sie hatten uns noch nicht bemerkt. Jetzt musste es schnell gehen: Richard stellte das Dreibein auf und ich ging in den Anschlag. Der Busch war an dieser Stelle eher licht, eine gute Schussposition dadurch gegeben. Jetzt wurden auch die Büffel aktiv: Als Erstes erhob sich ein alter Knabe, der im Vordergrund gelegen hatte und blickte in unsere Richtung. Er stand breit und gerade als ich den Finger krümmen wollte, flüsterte Hugo mir aufgeregt zu: „Hans, nimm den Bullen ganz links, der ist prächtig!“ Ich schwenkte leicht nach links und sah durchs Glas, wie der besagte Bulle gerade hoch wurde. Massig im Körper- halb spitz von uns nach rechts weg ziehend, erfasste ihn die “Sax“ auf ca. 70 Meter. Der Bulle zeichnete gut, ging aber hochflüchtig ab und verschwand hinter einem Busch, so dass ich keinen zweiten Schuss anbringen konnte.

Hugo meinte, wir müssten jetzt erst mal eine halbe Stunde warten! Ich war noch voller Adrenalin vom gerade Erlebten und musste erst wieder ein bisschen runter kommen. Hugo war sich aufgrund des Schusszeichens sicher, dass der Büffel nicht weit kommen würde. Tatsächlich hörten wir nach ca. 10 Minuten unweit von uns den „Death Bellow“ und Hugo schrie: Ja, du hast ihn! Wir warteten noch eine „Zigarettenlänge“, dann machten wir uns zur Nachsuche auf. Der Anschuss war schnell gefunden und konnte aufgrund der deutlichen Eingriffe auch schnell identifiziert werden, Schweiß war leider keiner zu finden. Jedoch konnte Richard –und nicht nur er – der Fluchtfährte fast blind folgen. Nach ein paar Metern, als wir um den Busch herum waren, hinter dem der Bulle verschwunden war, sahen wir in etwa 40 Metern Entfernung den Bullen im Gras liegen. Vorsichtig näherten wir uns dem Tier und nach dem Augentest war klar, der Bulle ist „friedlich“! Die Sax hatte ganze Arbeit geleistet!



Die Kugel fasste den Bullen kurz hinterm Blatt und blieb auf der gegenüberliegenden Seite unterm Schulterblatt stecken. Die Lunge des Bullen war großflächig zerstört, was auch den vielen gestockten Schweiß, der um das Tier verstreut war, erklärt. Im Bild links die Federal Premium Safari „Bear Claw“ mit 19,4 Gramm Geschoßgewicht, in der Mitte die Sax mit dem Kupferjagdgeschoß KJG-BCS mit 15,9 Gramm Geschossgewicht und rechts, der aus dem Büffel geborgene Geschossrest mit 12,21 Gramm.